Abgeschlossene Projekte
Institut für Pflegeforschung, Gerontologie und Ethik
Hier finden Sie eine Auswahl an abgeschlossenen Projekten. Bei Fragen oder für weitere Informationen kommen Sie gerne auf uns zu.
ComplexEthics - Evaluation vernetzter sozio-technischer Arrangements
Wahrnehmungs- und Orientierungsinstrument zur Evaluation vernetzter sozio-technischer Arrangements
Die Digitalisierung der Welt führt zu immer komplexeren sozialen und technischen Verknüpfungen. Die steigende Komplexität ist sowohl eine technische wie auch eine ethische Herausforderung. Daher wurde im Projekt ComplexEthics konkretes Orientierungswissen erarbeitet, das die Gestaltung ethisch reflektierter, alltagstauglicher Technik ermöglicht. Ziel des Forschungsprojektes war es, Orientierungswissen, zum Beispiel in Form eines Handbuchs zur ethisch reflektierten Technikentwicklung, bereits für die Entwickler neuer Technologien zu erarbeiten, mit dem die digital vernetzte Welt gedeutet und bewertet werden kann. Prof. Dr. Arne Manzeschke von der Evangelischen Hochschule Nürnberg leitete das Projekt, das über drei Jahre mit 1,13 Millionen Euro zu 100 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Forschungspartner waren die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Universität Potsdam und das Karlsruher Institut für Technologie.
Weitere Informationen über das Projekt finden Sie auf der Seite vom BMBF.
miiConsent - Modulares Ikonographisches Informiertes Einverständnis
In der Wissenschaft galten Laien lange primär als Forschungsobjekte bzw. Lieferanten von Forschungsdaten. Doch in den letzten Jahrzehnten werden ihr Wissen und ihre Kompetenz zunehmend anerkannt und Laien partizipieren verstärkt am Forschungsprozess. Es vollzieht sich somit eine Änderung der Forschungskultur. Mit dieser Veränderung treten Herausforderungen der Übersetzung wissenschaftlicher Fachbegriffe, Codes und Modelle in eine laienverständliche Sprache zutage. Dies zeigt sich besonders klar anhand von sog. Informed Consents (ICs), also an informierten Einverständniserklärungen. Denn die bisher beim Einholen des informierten Einverständnisses zum Einsatz kommenden Medien und Formate verfehlen ihre Zielsetzung, eine Partizipation und autonome Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Zwar vermitteln sie alle nötigen Informationen, die aber für die Zielgruppe aufgrund der Komplexität der Sachverhalte und deren Präsentationsweise nicht hinreichend gut verstanden werden (können).
Das Ziel des vom BMBF geförderten Projekts, welches von der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN) gemeinsam mit dem Institut für Informatik und Computational Science der Universität Potsdam (UP) durchgeführt wurde, war die Stärkung der Fähigkeit zur Partizipation sowie die Stärkung der Fähigkeit, zu einem informierten, autonomen ethischen Urteil zu kommen. Voraussetzung dafür ist eine adäquate, allgemeinverständliche Darstellung von komplexen Inhalten. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Innovations- und Technikanalyse (ITA) gefördert und ist dem Themenfeld “Partizipationsfähigkeit” zugeordnet.
Zur Erhöhung der Transparenz und Effektivität von informierten Einverständniserklärungen wurde untersucht, inwiefern strukturelle Ähnlichkeiten in Informed Consent Bögen genutzt werden können, um den Inhalt vereinfacht darzustellen. Zugleich wurden ethische Aspekte identifiziert, die bei einer allgemeinverständlichen Darstellung von ICs beachtet werden müssen, damit die Patientenautonomie tatsächlich gewahrt werden kann.
Im Projekt arbeitete ein interdisziplinäres Team aus den Bereichen der Ethik, der Soziologie und der Informatik zusammen, um ethisch reflektierte, modularisierte und ikonographisch sinnvoll angereicherte interaktiv-digitale Instrumente zu konstruieren. Diese sollen auf die Herausforderung antworten, komplexe wissenschaftliche Inhalte Laien auf neuartige Weise zu vermitteln. Im Ergebnis entstand im ersten Schritt ein Klassifikationssystem, welches die Informationen der untersuchten ICs modular gruppiert. Dadurch erfolgt eine erste Komplexitätsreduktion, die es den Konsumenten und Produzenten der ICs gleichermaßen ermöglicht, die gebündelten Informationen schneller und besser zu erfassen, zu verarbeiten und zu verstehen. Im zweiten Schritt wurden die Modulinhalte mithilfe von interaktiven Visualisierungstechniken so aufbereitet, dass ein Nutzenden-zentrierter Fokus entsteht.
Der folgende Film fasst teilweise Ergebnisse des Projekts zusammen und hebt die wesentlichen Faktoren für ein zielführendes informed-Consent-Gespräch zusammen.
EMOTISK - Automatische Erkennung von Emotionen zum Training sozialen Verhaltens
Automatische Erkennung von Emotionen zum Training sozialen Verhaltens
Im Forschungsprojekt soll ein Trainingssystem entwickelt werden, das auf die Entwicklung von Modellen für die automatische Erkennung komplexer Emotionen (wie z.B. Langeweile, Frustration oder Interesse) und die Integration verschiedener nonverbaler Kommunikationskanäle (Mimik, Gestik, Blickrichtung, sowie physiologische Erregung) setzt. Während des Trainings am Computer sollen diese Signale genutzt werden, um ein direktes Feedback zu geben und eine Anpassung an Aufgabenschwierigkeit und situativen Kontext zu erreichen. Dabei sollen umfangreiche Studien zur Effektivität des Trainings mit beiden Zielgruppen durchgeführt.
Weitere Informationen über das Projekt finden Sie auf der Seite vom BMBF.
MTEmotion - Sachstandsanalyse und ethische Evaluation von Emotionen in der Mensch-Technik-Interaktion
Sachstandsanalyse und ethische Evaluation von Emotionen in der Mensch-Technik-Interaktion. (BMBF-Förderschwerpunkt »Mensch-Technik-Interaktion (MTI) für den demografischen Wandel«)
Projektlaufzeit: 1. Juli 2015 - 30. Juni 2016
PowerGrasp - Ethische Erforschung von robotischen Assistenzen in der Produktion und Rehabilitation
Projektpartner im Projekt PowerGrasp - Intelligente Orthese mit elastischen Antrieben für den gesamten Arm
Förderprojekt BMBF
Projektlaufzeit 09/2015 - 12/2018
Weitere Informationen über das Projekt finden Sie auf der Seite vom BMBF.
MotionLab@Home - Ethische Begleitforschung: Video- und Ganganalyse von Parkinson-Patienten im häuslichen Umfeld
In Zusammenarbeit mit: Universitätsklinikum Erlangen-Molekulare Neurologie, Evangelische Hochschule Nürnberg, Simi Reality Motion Systems GmbH, Astrum IT GmbH
Projektziel: Entwicklung eines automatisierten, Video- und Sensor-basierten Bewegungsanalysesystems zum objektiven Therapiemonitoring bei Morbus Parkinson im häuslichen Umfeld
Projektlaufzeit: 01.12.2015 - 31.12.2016
Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier.
Betriebliche Pflegelotsen - Schulung zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege von Angehörigen
Betriebliche Pflegelotsen - Schulung für Mitarbeitende in Unternehmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege von Angehörigen (im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege)
"Es gibt immer mehr Menschen in Bayern, die Angehörige pflegen und gleichzeitig mitten im Beruf stehen. Das ist eine große Herausforderung! Helfen können dabei betriebliche "Pflegelotsen". (Melanie Huml, MdL, Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, 2016)
In einer alternden Gesellschaft ist Pflegebedürftigkeit ein Thema, das viele betrifft. Pflegebedürftige und deren Angehörige stehen dann vor vielen Herausforderungen. Guter Rat kann helfen, geeignete Versorgungsformen zu finden und eine Entlastung herbei zu führen. Hier können Unternehmen unterstützen, indem sie im Betrieb geeignete Beratungsmöglichkeiten für ihre Beschäftigten bieten, wenn diese pflegebedürftige Angehörige haben. Diese Beratungsmöglichkeiten bieten Betriebliche Pflegelotsen. Sie unterstützen Kolleginnen und Kollegen mit pflegebedürftigen Angehörigen und fungieren als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in Fragen rund um Pflege, Betreuung und die Vereinbarkeit der familiären Verantwortung mit dem Beruf.
Die Evangelische Hochschule Nürnberg entwickelte im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege ein Fortbildungskonzept„Betriebliche Pflegelosten“. Die Schulungen konnten dabei exklusiv in einem Unternehmen durchgeführt werden, wenn mindestens 10 Mitarbeitende geschult werden sollten. Es war aber auch möglich, Mitarbeitende mehrerer Unternehmen in einem Kurs fortzubilden. Die Pilotschulungen waren für die interessierten Unternehmen kostenlos. Nach einer Evaluation des Konzeptes werden die Schulungen voraussichtlich weiter in Bayern angeboten.
Nutzen für Unternehmen
Arbeitgeber werden ihrer gesellschaftlichen Verantwortung um die Fürsorge der Mitarbeitenden und deren Angehörigen gerecht. Zudem haben sie einen unmittelbaren Nutzen vom Einsatz der Betrieblichen Pflegelotsen, da ihre Mitarbeitenden durch Beratung entlastet werden und zufriedener sind. Die Mitarbeitenden haben im Unternehmen kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, so dass die ansonsten oft sehr aufwändige Suche nach Hilfsmöglichkeiten verkürzt wird. So kann es den Mitarbeitenden gelingen, durch die Unterstützung ihres Arbeitgebers, sich gleichzeitig um ihre Angehörigen zu kümmern und ihrer Berufstätigkeit nachzukommen. Wenn die ständige Sorge um die pflegebedürftigen Angehörigen verringert ist, werden die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zudem ihren beruflichen Verpflichtungen wieder besser nachkommen können. Private Belastungssituationen und berufliche Herausforderungen können bewältigt werden, so dass auch die Identifikation mit dem Arbeitgeber steigt.
Inhalte der Schulung
- Rolle und Aufgaben von Pflegelosten
- Grundlagen von körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen (z.B. Demenz)
- Gesetzliche Grundlagen (z.B. Pflegeversicherung, Pflegezeitgesetz, Familienpflegezeitgesetz)
- Rechtliche Vorsorgemöglichkeiten (Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung)
- Pflegeformen und Hilfsangebote
- Grundzüge der Gesprächsführung und Beratung
- Implementierung von Pflegelotsen im Unternehmen (gemeinsam mit Führungskräften)
Das Handbuch zur Schulung finden Sie unter folgendem Link auf den Seiten des Familienpakts Bayern.
Syposium "Betriebliche Pflegelotsen"
Am 24.11.2017 fand das Abschluss-Symposium zu diesem Thema statt. Einem Fachpublikum und Vertreterinnen und Vertreter des Bay. Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege wurden die Ergebnisse des Pilotprojektes präsentiert. Zusätzlich fand ein weiterer fachlicher Austausch mit den Referenten zum Thema statt.
Videos Vorträge (Auswahl) Symposium (youtube)
»Realisierung einer ›Persönlichkeitsstärkenden Praxisbegleitung‹ an der KRH Akademie Hannover«
Die scham- und ekelbesetzte Begegnung mit alten und kranken Menschen, mit deren psychischen Nöten, mit dem Tod, aber auch der ökonomische Druck sowie der Personalmangel führen dazu, dass Auszubildende während der praktischen Ausbildung oder kurz danach überlegen, ob sie die Ausbildung abbrechen. Ausgehend von einer qualitativen Untersuchung zu emotionalen Herausforderungen für Auszubildende und deren pflegewissenschaftlicher und pflegepädagogischer Erklärung und Erläuterung wurde ein »Persönlichkeitsstärkendes Praxisbegleitungskonzept« entwickelt, mit dem Auszubildende dadurch lernen, dass sie eigene Erlebnisse reflektieren (Winter 2019). Mit der Implementierung des Konzepts »Persönlichkeitsstärkende Praxisbegleitung« möchte die KRH-Akademie Auszubildende im Umgang mit emotionalen Herausforderungen der praktischen Pflegeausbildung begleiten, um Phänomenen wie Coolout, Burnout und Dropout während bzw. nach der Ausbildung entgegenzuwirken.
An insgesamt acht Fortbildungstagen setzten sich 2020 Lehrende und Praxis-anleitende selbstreflexiv sowie inhaltlich und (pflege)didaktisch-methodisch mit emotionalen Herausforderungen der eigenen praktischen Pflegeausbildung auseinander. Während der Corona-Pandemie wurden knapp 200 Auszubildende mit dem Konzept – auch im Distanzunterricht – begleitet.
2021 wurden in einer Evaluationsstudie mit qualitativen Forschungsmethoden (u.a. nicht-teilnehmende Beobachtungen während der Durchführung von Lerneinheiten, Gruppendiskussion mit Lehrenden und Praxisanleitenden, Gestaltung und Auswertung eines Reflexionstages mit Auszubildenden) die Wirkhintergründe des Konzepts untersucht.
Winter, C. (2021): Der Blick zurück stärkt auf dem Weg nach vorn. Umsetzung einer »Persönlichkeitsstärkenden Praxisbegleitung“ Auszubildender in Corona-Zeiten. In: Padua (2021), 16 (4), 216–222. Online verfügbar unter: https://doi.org/10.1024/1861-6186/a000631
Projektleitung: Prof. Dr. Claudia Winter
Laufzeit: 03/2020 - 03/2021
Buchprojekt "Praxisanleitung" mit dem Cornelsen Verlag Berlin
Die Einführung der generalistischen Pflegeausbildung stellt Praxisanleitende vor die Herausforderung das eigene, biografisch gewachsene pflegerische und pädagogische Handeln mit der ‚generalistischen Brille‘ zu betrachten. Ein Um- bzw. Weiterdenken ist vor allem deshalb erforderlich geworden, weil erst das Bewusstwerden des Gewordenseins der eigenen beruflichen Identität es Praxisanleitenden ermöglicht, Bewährtes zu bewahren und Veränderungen zu ermöglichen. Beides muss kein Widerspruch sein.
In einem Lehrbuch für Praxisanleitende, das zur Reihe »Pflegias – generalistische Pflegeausbildung« gehört, sollen Praxisanleitende umfassend eingeführt werden in pflegewissenschaftliche und pflegedidaktische Grundsätze des ›neuen‹ generalistischen Verständnisses sowie in dessen Umsetzung in der praktischen Pflegeausbildung.
Herausgeberin: Prof. Dr. Claudia Winter
Laufzeit: 08/2021 - 06/2022
Transnationale Betreuungskräfte in der häuslichen Versorgung alter Menschen - TRABAM
Nach wie vor existiert das Versorgungsmodell so genannter Betreuungskräfte in häuslicher Gemeinschaft zur Versorgung alter Menschen in der häuslichen Umgebung und erfreut sich trotz rechtlicher, finanzieller und pflegeethischer Ungeklärtheiten steigenden Zuspruchs. Von vielen Seiten wird die Notwendigkeit einer Klärung dieses »Grauen Pflegemarktes« gefordert.
In dem Projekt werden Fachvertreterinnen und -vertreter von Politik, Pflege- und Sozialverbänden sowie Verantwortliche so genannter Agenturen für die Vermittlung von Betreuungskräften in qualitativen Interviews befragt, worin aus ihrer Einschätzung die Zurückhaltung politischer und rechtlicher Verantwortlicher zu einer geordneten Struktur begründet ist und wo die Verantwortlichkeiten für die erforderlichen Schritte liegen. Bei der Interpretation der Antworten steht besonders die ethische Reflexion der Vorstellung einer »Rundum-Versorgung«, die faktisch nie möglich ist, im Vordergrund.
Forschungsförderungsmittel der EVHN: € 2000.
Projektleitung: Prof. Dr. Barbara Städtler-Mach; Mitarbeiter: Markus Bühnemann
Laufzeit: 10/2020 - 09/2022
Wissenschaftliche Begleitung des Pflegeorganisationssystems "Leading Nurse"
Um den Herausforderungen der demographischen Entwicklung und des Mangels an Pflegekräften zu begegnen, ist es erforderlich die bestehenden Pflegeorganisationssysteme weiterzuentwickeln. Insbesondere gilt es, unterschiedliche Aufgaben- und Rollenprofile mit Blick auf Ausbildungs- und Kompetenzprofile einerseits und bewohnerbezogene Bedarfslagen andererseits festzulegen und zu erproben.
Das vom bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege geförderte Projekt „Leading Nurse“ der Caritas gGmbH St. Heinrich & Kunigunde wird im Rahmen eines breit angelegten Prozesses zur Organisationsentwicklung neu konturierte Aufgaben- und Rollenprofile in der Pflege einführen. Das Profil der „Leading Nurse“ fokussiert auf fachliche Führung im Sinne des Primary Nursing. Das Profil „Pflegehelfer“ soll bestehende Potentiale der Pflege-Assistenz nutzen und vereinheitlichen.
Das Projekt wird von der Evangelischen Hochschule Nürnberg wissenschaftlich begleitet, um neben der Erfassung der Zielgrößen auch die Übertragbarkeit auf andere Projektträger im Freistaat Bayern zu prüfen. Es werden einrichtungsbezogene, mitarbeiterbezogene und bewohnerbezogene Zielsetzungen differenziert.
Die wissenschaftliche Begleitung fokussiert insbesondere auf die Beobachtung und Analyse der mitarbeiter- und bewohnerbezogenen Zielsetzungen. Hierbei wird zunächst die wissenschaftliche Studienlage zusammengefasst. In Fokusgruppen-Intervies werden Perspektiven, Haltungen und Erwartungen bei den am Teilprojekt II beteiligten Pflegefachpersonen und Leitungspersonen abgefragt. Zudem wird erforscht, welche Veränderungen sich im Verlauf des Teilprojekts II bei Mitarbeitenden und bei Bewohnerinnen und Bewohnern gezeigt haben und mit welchen Faktoren und Zusammenhängen sich dies erklären lässt. Querschnittserhebungen in den verschiedenen Zielgruppen sowie idealtypische Fallstudien begeleiten den Change-Prozess über den Projektzeitraum.
Projektteam: Prof. Dr. Jürgen Härlein (Projektleitung, Pflegewissenschaft), Prof. Dr. Christine Brendebach (Gerontologie), Rita Zöllner M.Sc., Silke Mages B.Sc.
Projektzeitraum: 6/2023 bis 10/2025
Projektförderung: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
Integrierte Forschung
Hochtechnologie durchdringt alle Bereiche menschlicher Lebenswelten. Die Digitalisierung verändert die Konzepte, die unsere ethische und rechtliche, soziale und individuelle Praxis prägen. Die Konsequenzen sollen in neuen Formen interdisziplinärer Forschung nicht nur diagnostiziert, sondern antizipierend gestaltet werden.
Integrierte Forschung will ethische, rechtliche, soziale und andere relevante Aspekte nicht mehr nur begleitend in Technikentwicklungsprojekte einbringen. Der Forschungsmodus sieht vor, dass Fachleute aus der Technikentwicklung mit jenen aus den Bereichen Ethik, Recht, Sozial- und Geisteswissenschaften in Entwicklungsprojekten von Anbeginn an zusammenarbeiten. Zudem sollen Anwendende und Fachleute aus der Praxis miteinbezogen werden. Damit geht der Ansatz über bis dato praktizierte ELSI-Modelle hinaus. Das Cluster, bestehend aus Forschenden unterschiedlichster Disziplinen, nimmt die heutige und zukünftige Mensch-Technik-Interaktion in den Fokus und entwickelt diesen neuen Forschungsmodus.
Das Cluster Integrierte Forschung besteht aus zwei Teilclustern, das Institut für Pflegeforschung, Gerontologie und Ethik der EVHN ist mit dem Teilprojekt „Orientierung in Digitalen Lebenswelten“ in Teilcluster 1 beteiligt.
Prof. Dr. Arne Manzeschke ist Co-Sprecher des Gesamtclusters und leitet das hier eingegliederte Forschungsprojekt »Orientierung in Digitalen Lebenswelten (OrDiLe)«. Das Ziel von OrDiLe ist es, Orientierungshilfen für eine Gestaltung gelingender Mensch-Maschine-Interaktion zu schaffen. In Form von Fallstudien werden drei beispielhafte Mensch-Maschine-Interaktionen hinsichtlich ihrer zugrundeliegenden Menschen- und Maschinenbilder untersucht. Dadurch sind Schlüsse auf die expliziten und auch impliziten Annahmen über die menschlichen Interaktionspartner möglich. Darüber hinaus wird der Einfluss dieser Annahmen auf die Konstruktion der Maschinen geprüft.
Projektförderung insgesamt: 2,7 Mio. Euro durch das BMBF
Projektleitung:
Prof. Dr. Arne Manzeschke, Mitarbeiterinnen: Dr. Galia Assadi, Katharina Erlenwein, MA, Markus Sendelbeck, BA
Laufzeit: 04/2021 - 03/2024, FKZ: 16SV8626
Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier.
IMPACT - Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz
»IMPACT - The implications of conversing with intelligent machines in everyday life on people’s beliefs about algorithms, their communication behavior and their relationship building«
Welche Auswirkungen hat die Interaktion mit künstlicher Intelligenz auf die menschliche Kommunikation? Kann ein Sprachassistenzsystem als soziales Gegenüber bezeichnet werden? Und welches Verständnis, welche mentalen Modelle haben Menschen von einer künstlichen Intelligenz?
In dem interdisziplinären Forschungsprojekt IMPACT untersuchen Experten*innen aus den Bereichen Informatik, Psychologie, Ethik und Recht gemeinsam die Kommunikation mit künstlich intelligenten Dialogsystemen. Um die Forschungsfragen ganzheitlich zu beantworten, werden unterschiedliche Nutzergruppen analysiert. Die Studien erfolgen mit Kindern, Erwachsenen und Senioren, sodass der Umgang mit künstlicher Intelligenz über die gesamte Lebensspanne hinweg betrachtet wird.
Innerhalb der Interaktion mit intelligenten Maschinen werden 3 Schwerpunkte fokussiert: Transparenz: Welches Verständnis haben Menschen von einer künstlichen Intelligenz? Kommunikation: Wie verändert sich das eigene Kommunikationsverhalten durch die wiederholte Kommunikation mit einer Maschine? Beziehungsbildung: Welche Arten von Beziehungen entstehen und werden diese zumindest teilweise menschlichen Beziehungen vorgezogen? Es liegen mittlerweile zwei Policy-Paper vor: 1) »Sprachassistenten – Chancen und Risiken« (2019), 2) »Können Kinder aufgeklärte Nutzer*innen von Sprachassistenten sein? Rechtliche, psychologische, ethische und informatische Perspektiven« (2020). Das dritte Policy Paper »Faire Algorithmen und die Fairness von Erklärungen – aus informatischer, rechtlicher und ethischer Perspektive« wird im Sommer 2022 erscheinen. Projektförderung für das Gesamtprojekt: 1,5 Mio. Euro durch die Volkswagenstiftung – https://www.impact-projekt.de/
Projektleitung: Prof. Dr. Arne Manzeschke, Mitarbeiterin: Carina Weber, MA
Laufzeit: 04/2019 - 03/2023
Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier.
e-dem-Connect - Chatbotbasierte Kommunikations- und Dienstleistungsplattform für pflegende Angehörige
Entwicklung einer Kommunikations- und Dienstleistungsplattform für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz bei verhaltensbezogenen Problemlage
Das Projekt wird gemeinsam mit dem Lehrstuhl Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke und sechs weiteren Partnern durchgeführt.
Ziel von eDEM-CONNECT ist es, gemeinsam mit pflegenden Angehörigen eine chatbotbasierte Kommunikations- und Dienstleistungsplattform zum Umgang mit Agitation bei Demenzerkrankten zu entwickeln. Um die Bedürfnislage zielgruppen-gerecht erfassen zu können, wird für die Plattform eine semantische Struktur (Ontologie) entwickelt, um Konzepte und Wissen zu formalisieren und komplexe Beziehungen verarbeitbar zu machen. Pflegende Angehörige werden dabei einbezogen und haben im Sinne eines partizipativen Ansatzes substanzielle Mitsprache im Entwicklungsprozess. Das Nürnberger Teilprojekt liefert ethische und anthropologische Perspektiven für den gesamten Prozess. In den Jahren 2020 und 2021 wurde jeweils ein Ethik-Workshop mit dem gesamten Team durchgeführt.
Projektförderung insgesamt: 2,5 Mio. Euro durch das BMBF
Projektleitung: Prof. Dr. Arne Manzeschke, Mitarbeiter: Johannes Kranz
Laufzeit: 02/2020 - 01/2023, FKZ 16SV8334
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des BMBF.
wissenschaftliche Begleitung der Fachstellung für Demenz und Pflege in Bayern
Das Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert. Ziel ist die wissenschaftliche Begleitung der Fachstellen für Demenz und Pflege, die 2019 bayernweit und seit 2020 für jeden bayerischen Regierungsbezirk etabliert werden.
Zur Qualitätssicherung, Evaluation und Weiterentwicklung der Arbeit der Demenzagenturen ist das Institut mit der wissenschaftlichen Begleitung beauftragt worden. Aufgabe ist neben einer wissenschaftlichen Beratung in der Phase des Aufbaus und der Etablierung, prozessbegleitend zu unterstützen und Instrumente zur Qualitätssicherung zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise können Handlungsempfehlungen für die weitere Arbeit zur Verfügung gestellt werden.
Mit den Projektmittel konnten zusätzlich zwei 0,5 Mitarbeiter-Stellen geschaffen werden.
Projektleitung: Prof. Dr. Christine Brendebach
Laufzeit: 04/2019 - 03/ 2022, verlängert bis 03/2023
- Ethikberatung in der Altenhilfe
- KidZ: Kinder und Demenz
- Selbstbestimmt leben mit Unterstützung osteuropäischer Haushaltshilfen
- Versorgungsstruktur im ländlichen Raum mit osteuropäischen Haushaltshilfen (in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Wassertrüdingen und dem Landkreis Ansbach)
Weitere abgeschlossene Projekte
- Demenz und Sterben (Förderung durch die BMBF-Linie SILQUA)
- Demenzfreundliche Kommune
- Evaluation des Projekts Perioperative Delirprophylaxe am Klinikum Neumarkt (Förderung durch das Bayerische Gesundheitsministerium und die Donauer Stiftung)
- Evaluation der Pflegeoase Lindenhof in Unterleinleiter (Förderung durch das Bayerische Sozialministerium)
- Der Einsatz osteuropäischer Haushaltshilfen in Haushalten pflegebedürftiger Personen (Förderunge durch das Bayerische Sozialministerium)