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MeVuT: Ein Zentrum, das zu einem guten Leben für uns alle beitragen wird

15 Personen, Männer und Frauen, stehend
Die Mitglieder des Promotionszentrums

Am 12. März war es nun endlich so weit: Das Promotionszentrum MeVuT der Katholischen Stiftungshochschule München (KSH München) und der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN) wurde feierlich eröffnet. Die Stimmung unter den Gästen war ausgesprochen gut, das Festakt-Programm kurzweilig und abwechslungsreich – und im Dialog und Austausch verdeutlichte sich immer wieder, welchen Stellenwert dieser neue Promotionsort in der Versorgung und Teilhabe von Menschen einnehmen wird.

Prof. Dr. Birgit Schaufler, Präsidentin der KSH München, sprach von einer „Lücke in der menschenorientierten Versorgung, die sich nun durch gezielte und praxisnahe Forschungsarbeit schließen lässt“. Ihre große Freude war deutlich zu spüren, als sie die Gäste aus Politik, Wissenschaft und Kirche begrüßte. „Jahrzehntelang“, sagt sie, „war es undenkbar, dass Hochschulen für angewandte Wissenschaften das Promotionsrecht erhalten. Studierende der Sozialen Arbeit, unserem wichtigsten Studiengang, mussten auf Nachbarwissenschaften ausweichen, um ihre akademische Karriere fortzusetzen“. Das ist jetzt vorbei: Bereits im Mai werden die ersten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler am Promotionszentrum MeVuT der Katholischen Stiftungshochschule München (KSH München) und der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN) mit ihrer Doktorarbeit starten.

Das seit 2023 geltende Bayerische Hochschulinnovationsgesetz sieht eine eigenständige Promotion für Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAWs) vor – zeitlich begrenzt und fachlich ausgerichtet auf besonders forschungsstarke Bereiche. Durch die Verleihung des zeitlich und fachlich begrenzten Promotionsrechts bescheinigte das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst den beiden staatlich anerkannten, kirchlich getragenen Hochschulen diese maßgebende Forschungsstärke.

„Beiden Hochschulen steht das profilierte Forschungsprogramm von MeVuT besonders gut zu Gesicht. Wir empfinden die Partnerschaft mit der EVHN als ein Geschenk, sie erweitert unseren Horizont in jeglicher Hinsicht“, sagt die Hochschulpräsidentin zum Abschluss ihrer Rede. Prof. Dr. Thomas Popp, Präsident der EVHN, unterstützte seine Amtskollegin, in dem er das Vorhaben als „Musterbeispiel für ökumenische Konvergenz“ bezeichnete.

Ministerialdirigent Dr. Tobias Haaf, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, bezog sich zunächst auf Staatsminister Blume, indem er „vom Beginn einer neuen Ära“ redete. Seit den 1970ern haben die HAWs eine „beispiellose Entwicklung im Dreiklang Lehre-Forschung-Transfer genommen“ – er wählte das Synonym Paukenschlag, um zu verdeutlichen, wie wichtig es nun in der weiteren Entwicklung war, das Bayerische Hochschulinnovationsgesetz anzupassen und „das volle Potenzial in angewandter Forschung auszuschöpfen.“ Mit MeVuT konnte nun erstmals auch ein Promotionszentrum an den beiden kirchlichen Hochschulen in Bayern errichtet werden. Der Ministerialdirigent, der das Antragsverfahren begleitete, hob hervor, wie wichtig eine Rückbindung in der Forschung an menschliche Werte sei und bezeichnete die beiden Hochschulen „als zwei der profiliertesten Hochschulen in der menschenorientierten und interdisziplinären Forschung.“

Prof. Dr. Barbara Staudigl, Katholische Bildungsstätten für Sozialberufe in Bayern, sprach in ihrer Funktion als Stiftungsdirektorin und Trägerin der KSH München. Sie sieht in der Eröffnung von MeVuT einen wichtigen Meilenstein für die Kirche, um verlorenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen – und bezieht sich dabei auch auf die Worte von Bischof Georg Bätzing beim St. Michael-Jahresempfang in Berlin: „Nicht auf die Unglückspropheten und Angstmacher richtet sich unser Blick, sondern auf Kooperationen der Hoffnungsvollen, mit denen wir gemeinsam für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung eintreten wollen.“ Mit MeVuT sei eine Kooperation der Hoffungsvollen entstanden, das Promotionszentrum agiere in der Mitte unserer Gesellschaft und im diakonischen Auftrag.

Für das Geleitwort konnte Prof. Dr. Ines Himmelsbach gewonnen werden, Prorektorin Forschung an der Katholischen Hochschule Freiburg. Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen im Ländervergleich sprach sie von einer „besonderen Qualität in Bayern, solche Zentren zu fördern und aufzubauen.“ „Das Zentrum“, sagt sie mit Nachdruck, „ist richtig und wichtig und kommt genau zur richtigen Zeit.“ Aus Zentren wie MeVuT geht eine neue wissenschaftliche Generation hervor, die sich durch ihre starke Praxisanbindung auszeichnet. In diesem Kontext spricht sie von „zirkulären Karrieren“, die zwischen Praxis und Wissenschaft stattfinden werden und beide noch stärker miteinander verbindet. Promovierende werden zu „Zukunftsgestaltern sozialer Strukturen, weil MeVuT die Würde des Menschen in den Mittelpunkt stellt.“ Mit jedem Promotionsprojekt, so die Prorektorin, würde unsere Gesellschaft ein wenig „verstehbarer“.

Die stimmungsvolle Feier wurde von Prof. Dr. Bernd Reuschenbach moderiert, der - vertreten durch Prof. Dr. Dennis John (EVHN) – die wissenschaftliche Leitung von MeVuT übernimmt. Musikalisch überzeugte die Pianistin Anna Heller am Klavier. Auch wurde ein Portraitfilm mit den professoralen Mitgliedern des Promotionszentrums eingespielt, der bei den Zuschauer:innen viel Applaus erntete.

Mehr Infos zu MeVuT: www.ksh-muenchen.de/promotionszentrum-mevut

 

Text: KSH München, Bildquelle: KSH München/ Nicolas Gradicsky